Mittlerweile hat sich das Gefühl eingestellt, in dieser Metropole angekommen zu sein. Ich find auch ohne Grundrisspläne auf Anhieb mein Zimmer, die Inder kennen mich auch und haben aufgegeben mir billigere absteigen anzubieten und ich bin sogar in der Lage, überforderten Neuankömmlingen den Weg zur Rezeption zu zeigen. Das baut das Selbstbewusstsein ziemlich auf! Obendrein muss ich sagen, dass man sich hier sehr sicher fühlt, es gibt sehr wenig Kriminalität, (wahrscheinlich zu viel Geld anderswo) überall stehen Polizeistreifen (vor denen könnte man Angst haben) und Türsteher und es gibt immer eine gewisse Distanz in den Menschenmassen, so dass das Gefühl bedrängt zu werden nicht aufkommt.
Meine erste nächtliche Exkursion fand entlang der Nathans Road statt. Ich folge dem auch zur späten Std. nicht abreißenden Menschenstrom entlang in den Norden Kowloons. Ein Modeshop gefolgt von einem Einkaufscenter, gefolgt von einem Restaurant, gefolgt von einem Imbiss, gefolgt von einem Elektroladen, gefolgt von einem Ramschladen, gefolgt von einem Spezialitätenladen der unheimlichen Sorte und dann das ganze wieder von vorne... Fazit nach eineinhalb Stunden blinkender Reklametafeln und nicht abreißender Menschenmassen bekam ich zuviel und kehrte zurück.
Gestern stand die Hauptinsel Hongkongs an. Zuallererst fällt einem auf, aus was für einer Provinz man doch kommt. Zwischen dem geschäftigen Treiben in diesem Dienstleistungszentrums, seinen unzähligen Wolkenkratzern (Wolken kratzen, das taten sie leider auch die meiste Zeit) und dem offen zur Schau getragenem Wohlstand, fühlt man sich doch verschwindend klein. Hier machte ich eine Rundtour entlang der Haupteinkaufsstraße (mal was neues ;-)) von da aus einen anstrengenden Anstieg an den Hängen der Hongkonger Berge hinauf und durch den Zoologischen Garten wieder hinab in den Hochhausdschungel.
Die Berghänge von Hongkong sind schwer zu beschreiben... Sie sind sehr steil, (es gibt die längste Rolltreppe der Welt, um die am Hang lebenden Bewohner vom Meeresniveau zu ihren über den Wolkenkratzern gelegenen Wohnhochhäusern zu befördern) die Vegetation ist subtropisch bis tropisch, die sehr schmalen Straßen (meine Lauenburger Str. in HH ist ne Autobahn dagegen) winden sich sogar in den Maßstäben eines Connaisseurs der Alpen steil die Hänge hinauf. Jetzt fehlen nur noch die kleinen urigen Hütten und der Gelegentlich vorbei schnaufende Trecker. Aber wir sind ja in Hongkong... Fazit die Straßen sind eingefasst von 10 - 60 stöckigen Hochhäusern, die mit beeindruckendem Aufwand in den Hang verankert wurden. Zur Erschließung gibt es die Rolltreppen und die Straßen. Die werden befahren von unzähligen Doppeldeckern, (keine Ahnung wie, ich bin geneigt magische Busse wie bei Harry Potter and the prisoner of Azcaban zu denken) Taxis und Automobilen bei denen die unterste Fangenstange ein neuer Mercedes C ist, der Standard ein S und die Highlights Rolls oder Bentley sind. In dieser Ecke lebt, wer tagsüber oben in den Wolkenkratzern arbeitet.
Der Abstieg durch die Parks hinein in die Staßenschluchten war ein ziemlich beeindruckendes Erlebnis. Hier werden sämtliche gewohnte Maßstäbe über den Haufen geworfen. Berge, Natur, Grün, Wasserrauschen gepaart mit Hochhäusern, Verkehr und regem Treiben.
Zurück ging es mit der Fähre, wo ich mich der Hunger erstmalig in ein chinesisches Restaurant trieb. Das essen war zwar etwas gewöhnungsbedürftig aber ich kann noch davon berichten ;-) Vorm tot-ins-Bettfallen machte ich noch einen nächtlichen Streifzug zur Hafenpromenade, um einmal Zeuge des berühmten Hongkong Panoramas zu werden. Joa... Das hat schon was...
Nach einem ausgiebigen Spaziergang im sehenswerten Hongkong Park, ist heutige Tag dabei in monsunartigen Regenfällen zu ersaufen. Im Moment sitze ich in einem etwas mehrgeschossigen Hochhaus fest, trinke Kaffee in dem pazifischen Pendant zu Starbucks und warte auf eine Regenpause, vor ich mich heute Abend mit einem Freund meines Onkels zum Essen treffe. Ich bin schon ziemlich gespannt von einem Ansässigen etwas mehr über diese Stadt zu erfahren.
Soviel fürs zweite ;-)



Ok, wo ich dich nun schon als Späher hingeschickt habe, was muss ich mir am Sonntag, dem einzigen freien Tag in HK für mich, alles so anschauen ? ;) Tips welcome ...
AntwortenLöschenKlingt aber echt spannend, und heute abend gehts schon weiter? Bzw. jetzt?
Manno, 5. März ist ne halbe Ewigkeit her, du musst hier wieder was posten, damits spannend bleibt ;)
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